
Die Schlacht von Worringen, 1288, Ausschnitt - Bild im Rathaus, Düsseldorf
Eine Laudatio auf den rheinischen Frohsinn
Die Schlacht auf der Worringer Heide, 1288,
lies die Kölner Bürger sich spalten, die einen hielten zum Kölner Erzbischof, die anderen zu Graf Adolf von Berg, der gegen den Kölner Erzbischof aufbegehrte. Der Kölner Erzbischof verliert die Schlacht. Es war die letzte große mittelalterliche Schlacht, ein regelrechtes Gemetzel. Eine Folge: In der Freude des Sieges verleiht Graf Adolf von Berg seinen getreuen Fischern und Bauern vom Dorf an der Düssel, Düsseldorf die Stadtrechte. Graf Adolf verlegt seine bisherige Residenz von Schloss Burg im Bergischen Land nach Düsseldorf. Die junge Stadt wird zur "Messestadt" ausgebaut und das ist sie noch heute. Damals holte man Touristen und Handelsreisende in die Stadt, in dem man die Stadt zum Wallfahrtsort ausbaute. In der Stadtkirche St. Lambertus wurden viele Reliquien von Heiligen gesammelt. Und wirklich, die Rechnung ging auf, Pilgerströme der linken Rheinseite ließen sich einladen, einen kleinen Abstecher nach Düsseldorf zu machen. Die Auswirkungen erleben die Touristen der heutigen Zeit immer noch, wenn sie die alten Brauhäuser der Stadt besuchen und von einem Köbes bedient werden. Ein Köbes (von: Jakobus) ist ursprünglich jemand, der die Jakobspilger in einer Pilgerherberge bewirtete, es können dazu auch Jakobspilger gewesen sein, die ihre Wallfahrt unterbrachen und ebenfalls die pilgernden Jakobspilger bewirteten.
Die Bürger der Stadt Düsseldorf zeichnen sich dadurch aus,
dass sie im Prinzip alle zu gereist sind. Gut, viele sind in Düsseldorf geboren, aber die Vorfahren kommen alle von irgendwoher. Das macht schließlich auch die herzliche, weltoffen Stimmung der Düsseldorfer aus, die von vielen internationalen Gästen besungen wird.
Für die rheinische Frohnatur
seien, will man Volkskundlern glauben, die Römer verantwortlich. "Die Römer", das war in unserer linksrheinischen Nachbarschaft die Thebeische Legion, eine Truppe, die die Römische Militärleitung in Theben am oberen Nil in Afrika ausgehoben hat. In dieser Truppe waren auch Mitglieder der frühen Christenheit. Das Besondere ist, damals waren die Christen noch Pazifisten und erhoben bei Feindberührung die Waffe nicht. Das Ergebnis ist, die Meuternden wurden nach und nach immer wieder und wieder dezimiert. Über ihren Gräbern stehen heute noch Kirchen und Dome, da sind Mauritius in St. Moritz / Schweiz, Cassius und Florencius in Bonn, Gereon und seine Getreuen in Köln und Victor in Xanten. -
Es darf aber auch ein anderer Grund für die Düsseldorfer und Rheinische Frohnatur geltend gemacht werden: Der von England kommende Swidbert, war Mönch und zugleich ein Missionsbischof, der die Menschenfreundlichkeit der iroschottischen Mönchskultur in seinem Herzen trug. Swidbert pflegt einen Menschenumgang mit Sitte, bescheidenem Wesen und sanfter Herzensgüte (so Beda Venerabilis, 731/32). Da gab es auch ganz andere Arten der Missionierung. Sagen wir mal so: Sie kennen alle das "Heidelberger Fass", diese so überlaufene Altstadtbrauerei, wo die Leute in Scharen vor der Türe stehen. Eines Tages kam es zu einem Wirtswechsel, der neue Wirt hatte so gar kein Lächeln im Gesicht, er war so ein richtiger ueriger Bursche. Kurz und gut, seit dem hat das Heidelberger Fass einen neuen Firmen-Namen und nennt sich "Uerige". Also, hätten wir hier einen so uerigen Missionar bekommen, dann hätten wohl alle ziemlich traurig ausgesehen. Von daher gut, das es gerade Swidbert war, der den Weg zu uns gefunden hat. Dazu, man stelle sich mal vor, der Swidbert hätte auf seiner Insel nicht diese herzliche Ausstrahlung gehabt, vielleicht währen die expandierenden Altsachsen sogar über seine Insel hinweg ins Frankenreich eingefallen, nicht auszudenken. Am Ende ist Swidbert der Protektor, der Verteidiger des Frankenreiches. 
Bildmotive v. l.:
- 2009 besucht Swidbert die Düsseldorfer Altstadt
Kaiserswerth Schützen haben den Reliquienschrein auf einem Feuerwehrboot stromaufwärts in die Düsseldorfer Altstadt begleitet.
- Suitbertus und die Düsseldorfer Weltgeschichte, 2010, Raymund Hinkel.
- Suitbertus und das taegliche Brot, Schaufensterbild+BBg, 2009, Raymund Hinkel.
- Suitbertus und die Düsseldorfer Weltgeschichte, 2011, Raymund Hinkel.
- Josef Hinkel,CC-Präsident, Besuch im Rathaus, 28.09.2011, Foto: NN, aus Privatbesitz.
Um ein paar "Zugereiste" mit Namen zu nennen:
Da ist der Neanderthaler, der vor ca. 42.000 Jahren hier lebte und schließlich in unserem so wunderschönen Naherholungsgebiet, dem Neanderthal (Erkrath) bestattet worden ist. Übrigens, der Neanderthaler ist ja der erste Mensch, von dem wir heute wissen, dass er seine Toten begraben hat. Damit wird zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte Kult und Religion greifbar, der Blick über sich hinaus. Und das liegt schon weit vor den Ägyptern, Babyloniern und den großen Kulturen der Welt. - Da ist Swidbert / Suitbertus, er kommt aus England und ist der erste christliche Glaubenszeuge in unserer rechtsrheinischen Heimat. Er gründete mit einem Benediktinerkloster den heutigen Stadtteil Kaiserswerth, ein Ort, der sich zur Kaiserpfalz und reichseigenen Zollstelle aufschwang, ein Ort der von 57 Kaisern und Königen innerhalb von 200 Jahren besucht wurde. So verwundert es nicht, dass Düsseldorf Sitz des Landtags von NRW wird. 2009 besucht Swidbert die Düsseldorfer Altstadt, es war ein kleiner Staatsbesuch. Swidbert schenkt der Stadt 2013 ein Stadtjubiläum anlässlich seines 1300. Todestages, das aus politischer, wirtschaftlicher
und kultureller Sicht einige Anstöße bis in die Gegenwart gibt. - Da sind die schon erwähnten Grafen von Berg. - Franzosen und Preußen zählen bereits zu den späten Zuwanderern, auch wenn die politische Obrigkeit abzog, einige Menschen haben in Düsseldorf neue Wurzeln geschlagen. - Napoleon sei erwähnt, der bevor er abzog, der Stadt Düsseldorf den wunderschönen innerstädtischen Grüngürtel verlieh, in dem die Stadt ihre Stadtrechte behalten durfte und dafür die Stadtmauern schleifte, worüber der Grüngürtel entstanden ist. - Den Preußen verdanken wir die Feier des Karnevals in seiner heutigen Form. Den Preußen war der rheinische Karneval ein heilloses Durcheinander, das es zu ordnen galt. So entstanden die Fest ordnenden Komitees. Seit dem 28.09.2011 ist Bäckermeister Josef Hinkel der Präsident des CC Düsseldorfer Karneval, er löst Engelbert Oxenfort ab, der ein lebendes Original der Stadt Düsseldorf ist und legendäres Urgestein für den heutigen Düsseldorfer Karneval. - Bäckermeister Jean Hinkel kommt nach Düsseldorf, schießt den Vogel ab und wird Schützenchef in Bilk. Bäckermeister Karl Josef Hinkel setzt Maßstäbe, indem er sich in der Altstadt auf sein Kerngeschäft beschränkt..., er backt Brot. Seine Kunden danken es ihm bis heute.

Zugabe
"Swidbert" heißt übersetzt: "Der durch Kraft glänzende".
Das kann interessant werden:
Etwas für sich tun und damit für die eigene Familie.
Sich einen Ruhepunkt am Morgen nehmen,
frühstücken,
seine Batterien aufladen und den Tag über glänzen.
Nicht auszudenken...!!!
Das ist doch was!!!
©2009/2011 by Raymund Hinkel, Düsseldorf - F/T: Nach Motiven aus 2009-2011,
Kurzfassung, Stand: 23.10.2011 So 11:11



